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session:gruende_radikalisierung

Gründe für Radikalisierung

  • Armut? → ist als Grund überholt, weil es Radikalisierung in Industrieländern gibt. Aber Armut ist Nährboden, Katalysator für Radikalisierung, da man sich minderwertig fühlt und man stereotypisiert wird (d.h. man bekommt von außen einen Stempel aufgedrückt). Beispiel Österreich, wo die Rechten erstarken, obwohl es ein starkes soziales Netz hat → Grund ist eher, die Angst, seinen Besitz zu verlieren, und die Angst vor Veränderung (welche zum eigenen Nachteil ist)
  • Ab wann ist man radikalisiert? → Beginnt bei Mangel an Toleranz, und man hat festgefahrene Einstellungen - Kompromisslosigkeit. Schwache Form Fandom bei Sportarten (je nach Sportart schwach bis stark). Gruppenfindung mit festen Strukturen, zur Sinngebung und finden von Gleichdenkenden, Unterstützung und Freunde. Man versucht, dem Selbstmitleid entgegenzuwirken, indem man sich einer Gruppe anschließt. Außerdem bringt der Anschluss an eine Gruppe Beständigkeit ins Leben.
  • Durch die kulturellen Unterschiede kann Radikalisierung unterschiedlich aussehen. Aktionismus kann auch positive Veränderungen hervorrufen.
  • Ist Radikalisierung immer negativ? → Ghandi war vermutlich auch radikal, aber nicht extremistisch. Oft ist Radikalisierung nachvollziehbar (z.B. amerikanisches Feindbild in Nahostländern), oder unverständlich aber nicht automatisch zu verurteilen. Gruppenbildung ist positiv für das Individuum, bringt Vorteile.
  • Problem: Ab einem gewissen Grad der Radikalisierung ist die Person nicht mehr für Argumente empfänglich.
  • Kann Radikalisierung jedem passieren? → Schon allein, wenn man sich in einer Filterblase befindet, kann dies passieren, und man nur noch einseitig informiert wird. Gerät man in eine negative Situation, kann sich das ganze verstärken, da man Halt sucht.
  • Beispiele wurden genannt, z.B. fundamentalchristliche Verwandte, Nazi-Großvater, Buch: „Mein Sohn, der Salafist“ (Problematik Kommunikation: Sprachbarriere)
  • Ideologie erzeugt Feedbackloop, führt zu „die oder wir“-Gefühl - „wenn du nicht für uns bist, bist du gegen uns“ - Beispiel Türkei: Entweder für Erdogan, oder links - kaum moderate Positionen, kaum Kompromiss. Interessanterweise sind viele radikale Vertreter einer Religion Konvertiten (d.h. nicht in religiöser Familie aufgewachsen), es ist als würden sie über's Ziel hinausschießen (logischerweise ist „geerbte Religion“ weniger ideologisch, weil laxer und „gewöhnter“)
  • Ist nicht jeder ein bisschen radikal? → Es kann sicherlich jeder radikalisiert werden, keiner ist gefeiht - man muss der Person nur wichtige Dinge wegnehmen (Wohnung, Status, Sicherheit, etc.). So oder so ist man in bestimmten Bereichen oft radikal, ohne es zu merken (z.B. Musikgeschmack, Vegetarismus, …)
  • Ist derjenige, der Radikalität passiv zulässt, „weniger“ schlimm? Er/Sie unterstützt radikales Gedankengut, daher ist da kein großer Unterschied.
  • Bedeutet Radikalität immer die Meinung einer Minderheit gegen den Konsens der Mehrheit? → Radikale sind es, die so ein schwarz/weiß-Denken überhaupt haben.
  • Ist persönlicher Mangel immer der Grund für Radikalisierung? → Was für einen Grund hat ein radikaler Tierschützer, den Grausamkeiten gegen Tiere nicht direkt betreffen?
session/gruende_radikalisierung.txt · Zuletzt geändert: 29.01.2018 23:19 von ratking